Das Thema „Digitale Transformation“ ist heutzutage in aller Munde. Auf Nachfrage stellt sich oft schnell heraus, dass die verstandenen Hintergründe dieser Begrifflichkeit meist sehr verschieden sind. Vielfach sind industrielle und werbetechnisch überproportional aufgeblasene Konzepte gemeint, die mit konkreten operativen und normativen Fragestellung in KMU wenig zu tun haben. Oft besteht auf Werberseite auch wenig bis kein Wissen und Erfahrung über Anwendung einer „Digitalen Transformation“ bei KMU, insbesondere wenn das Kleinstunternehmen nur begrenzt nach Prozessen organisiert ist, und nicht selten wird auf der Welle eines Medien-Hypes „mitgeritten“, ohne konkrete und bewährte Ansätze zu berücksichtigen.

 

Verschärft wird diese Situation durch die neue EU-Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO), die ab dem 25.5.2018 ihre unmittelbare Wirkung entfaltet, und die ihrerseits viele Aspekte und Forderungen klassischer QM-Systeme (Prozeßdokumentation, Risikomanagement, Nachvollziehbarkeit, Meldepflichten, …) mit prozessorientierten IT-Vorgängen verbindet.

Im Rahmen dieses Arbeitskreises möchten wir mit KMU insbesondere die Vorstufe zu einer prozessorientierten Denkweise innerhalb des Unternehmens erörtern und praktisch begleiten, um Grundlagen für QM-Systeme, aber auch die Dokumentations- und Nachweisforderungen der EU-DGSVO zu bewältigen. Die zwingende Voraussetzung zur erfolgreichen Digitalisierung von Unternehmensprozessen – die Strukturierung und Dokumentation der realen Prozesse, verbunden mit einem suffizienten Risikomanagement – wird oft nicht berücksichtigt und/oder durchgeführt, vielmehr wird von Unternehmensseite us verschiedenen Gründen gezögert, und von Beraterseite werden Hypes, Technologien oder gar ein direkter Produkteinsatz beraten.

Der Arbeitskreis „IT, QM und Organisationspraxis“ des RKW RLP nimmt diese Themen- und Fragestellungen auf. Er bespricht und vertieft mit den Teilnehmern die erforderlichen praktischen Schritte innerhalb des Unternehmens mit besonderer Integration der (aktuellen) ISO 9001-Anforderungen und im Hinblick auf anstehende Forderungen nach EU-DSGVO. Die Durchführung erfolgt in vier Jahrestreffen, Schwerpunkt liegt auf Praxis, Erfahrungsaustausch und praktischer Wissensvermittlung.

Bei Bedarf werden weitere Arbeitskreise, auch regional verteilt, gegründet.